Freitag, 8. April 2011

Save Journey! – God will be with you!

Wenn man in Ghana auf Reisen geht, dann hoert man sehr oft diese zwei Saetze. Zuerst dachte ich dass sei einfach so, weil alle Ghanaer sehr glaeubig sind. Auf meiner Reise zu den Kintampo-Waterfalls habe ich den Spruch dann wirklich verstanden.

Aber der Reihe nach…

Dieses Wochenende bekam Lore Besuch von Hadewig, einem belgischem Volunteer, die in Kumasi in einer Grundschule arbeitet. Da Sunyani nicht viel zu bieten hat außer dem Mittwochsmarkt, schlug Lore vor am Samstag doch nach Kintampo zu fahren und dort die Kintampo-Wasserfaelle zu besichtigen. Das liess sich, laut Jenny, an einem Tag machen.

(Kintampo liegt 200km noerdlich von Sunyani)

Gesagt, getan, Lore, Hadewig und ich trafen uns um 10 Uhr am groessten Gebaude Sunyanis, dem Cocoa House, und liefen zu der Tro-Tro Station. Nachdem wir unser Ticket gekauft hatten mussten wir erst mal 2 Stunden warten bis das Tro-Tro losfahren konnte. Tro-Tros fahren naemlich erst dann los, wenn sie voll sind. Demnach gibt es eigentlich auch keine wirklichen Fahrplaene.

Die Fahrt war sogar einigermassen gemuetlich. Nach der dreistuendigen Fahrt waren wir dennoch etwas fertig, als wir aus dem Tro-Tro herauskletterten und unsere Glieder streckten. Bevor es mit dem gebuchten Taxi weiter ging, suchten wir uns eine kleine Bar, wo wir etwas zu Mittag essen konnten: Joloff Rice mit Huehnchen.

Gestaerkt ging es dann weiter zu den Taxis, wo wir nach einigen Minuten Handeln fuer einen relativ normalen Preis einen netten Taxidriver fanden. Nach 20 Minuten in diesem winzigen Taxi, kamen wir dann endlich zu der Ausfahrt zu den Kintampo-Waterfalls. Zu unserer Ueberraschung gab es doch tatsaechlich ein Schild mit Pfeil zu den Kintampo-Waterfalls. Das ganze Gebiet war sehr touristisch aufgebaut. Fuer uns war das schon so ungeohnt, da es selbst in Sunyani so etwas wie Tourismus kaum gibt.

Der Sueden Ghanas ist relativ gut touristisch ausgebaut. Das merkt man zum einen daran, dass es dort um einiges mehr gibt zum Anschauen, und zum anderen, dass das Strassennetz im Sueden viel besser ausgebaut ist. Noerdlich von Kumasi, also auch Sunyani, kann man zwar auch viele Sachen anschauen, aber meistens sind diese nicht so touristisch erschlossen, wie es der verwoehnte Europaer (also Lore, Hadewig und ich) gewoehnt ist.

An der Eingangskasse – ja es gab eine - stand aber erst mal dick und fett:

Ghanians 3 Ghana Cedis

Foreigners 5 Ghana Cedis.

Bloed, dass wir weiss sind! Als wir den „netten“ Herren an der Eingangspforte fragten, warum das so sei, bekamen wir Folgendes zur Antwort: „Because you have the money.“ Also wenn das keine Diskriminierung ist…

Schlussendlich haben wir dann trotzdem die 5 Cedis gezahlt.

Da Ghanaer einen ja immer begleiten wollen, bekamen wir auch einen netten Jungen, der uns den Weg wies. Obwohl wahrscheinlich auch ein Blinder den Weg gefunden haette.

Insgesamt gab es 3 Stufen des Wasserfalles. An der ersten wurde leider ein ghanaischer Film gedreht, sodass wir nach 5 Minuten herumstehen, dann schon zu der zweiten Stufe aufgebrochen sind. Die sah jedoch eher aus wie ein kleiner Bach mit ein paar Schnellen.

Als wir dann zur dritten Stufe wollten, fing es bloederweise an zu regnen und wir suchten in einer Huette auf dem Gelaende Unterschlupf. Nach 2 Stunden liess der Regen, der Donner und das Geblitze endlich nach und wir konnten zur dritten Stufe des Wasserfalls.

Wir dachten, dass sei eine genauso kleine Stufe wie die vorherigen zwei. Pustekuchen! Nach 152 Stufe (downstairs) blickten wir auf einen Wasserfall der so 70 Meter – laut meinem Reisefuehrer – in die Tiefe fiel. Durch den Regen war das Wasser etwas braeunlich verfaerbt. Nur Hadewig hat sich getraut hinein zu springen. Und eine Gruppe von Ghanaern.

Lore und ich blieben lieber im Trockenen.

Zurueck in Kintampo wollten wir ganz naiv, wie wir waren, ein Tro-Tro zurueck nach Sunyani nehmen. Das letzte Tro-Tro nach Sunyani fuhr aber schon um 16 Uhr. Und als wir fragten, war es bereits 17 Uhr. Also nahmen wir ein Tro-Tro nach Techiman. Dort koennten wir dann ein Tro-Tro nach Sunyani nehmen.

Die Fahrt von Kintampo nach Techiman verlief ganz ruhig und einfach. Als wir jedoch in Techiman ankamen, fing ich an zu begreifen warum man hier „Save Journey!“ sagt.

Es war bereits dunkel als wir in Techiman ankamen und niemand konnte uns wirklich sagen wo wir ein Tro-Tro nach Sunyani finden konnten. Also liefen wir erst ein mal ein halbe Stunde verwirrt im Kreis, bis eine nette Frau uns zu rief: „ Dort drueben, das gruene Tro-Tro dort, das faehrt nach Sunyani. Rennt!!!“ Und wir rannten. Wir waren nicht die einzigen die rannten. Zum Glueck sind wir noch reingekommen. Da herrschte so ein Gedraenge. Jeder wollte noch in das letzte Tro-Tro nach Sunyani. Da wurde sogar richtig mit den Ellenbogen geboxt. Ich habe erst mal drei Kreuze gemacht und mir das Geboxe vom Fenster aus angeschaut. Richtig bang wurde mir dann aber erst als der Fahrer los fuhr. Es fing wieder an zu regnen und zu gewittern. Der ist einfach ueber die Schlagloecher gefahren, als waer da nix. Und von Aqua-Planning hat der wahrscheinlich auch noch nie was gehoert. In manchen Momenten habe ich angefangen zu beten, dass der Wagen nicht einfach umkippt und wir irgendwie heil nach Sunyani kommen. Ich hatte wirklich Angst! Also so einen Fahrstil habe ich noch nie erlebt. Selbst die Franzosen fahren im Vergleich dazu noch richtig gesittet.

Nach einigen weiteren Stossgebeten, kamen wir dann aber wie ihr sehen keonnt doch noch heil in Sunyani an.

Und im Grossen und Ganzen verlief unser Ausflug auch recht sicher - na ja bis auf die Rueckfahrt. =D

Liebe Gruesse und bis zum naechsten Mal.

P.S.: Mittlerweile bin ich jetzt schon knapp 3 Monate hier! Ich kann es gar nicht fassen. Ein Viertel meines Jahres ist schon fast vorbei…

P.S.: ich wollte noch mal Jojo, Sarah und Kathi ganz ganz doll danken fuer die Briefe und Postkarten! Das war so schoen etwas von euch zu lesen! Ich bin schon kraeftig dabei zu antworten.

1 Kommentar:

  1. haha, das mit der rückfahrt kann ich mir seeeehr gut vorstellen... das hab ich mir in nepal auch so manches mal gedacht, vor allem wenn der dann superknapp am abhang um die kurve ist, sich 'leicht' schräg gelegt hat und neben dir gings einfach mal 50 meter in die tiefe ;)
    ganz liebe grüßle, sarah

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