Donnerstag, 3. März 2011

Durmaa-Ahenkro

Die Affen rasen durch den Wald, die ganze Affenbande bruellt…


Mittlerweile bin ich schon 7 Wochen hier, fast zwei Monate! Die Zeit vergeht wie im Flug.
Letztes Wochenende haben Lore und ich Camille, ein belgisches Volunteer, in Durmaa-Ahenkro – kurz: Durmaa - besucht. Camille arbeitet wie so viele in einer Schule als Franzoesischlehrerin.
Das war Lores und meine erste Reise ganz allein hier in Ghana. Wir waren echt nervoes als wir zur New Town Station kamen und ein Trotro nehmen sollte. Schlussendlich war es richtig easy peasy. Denn hier in Ghana fragt man einfach nur einen nett aussehenden Mann nach dem Weg, bzw. nach dem Trotro nach Durmaa, und schwupsdiwupps hilft er einem die Karte zu kaufen, das Trotro zu finden und schafft es sogar die vordersten 2 Plätze den zwei weisen Ladys zu geben.
Sobald man hier jemanden nach den Weg fragt, bekommt man nicht nur eine Wegbeschreibung, sondern gleich auch einen Begleiter. Am Anfang dachte ich immer, dass die Ghanaer Geld verlangen, wenn sie dich begleiten. Mittlerweile weiss ich, dass das zu dem guten Ton gehoert, jemanden immer bis zum Schluss zu begleiten. Eigentlich eine richtig schoene Tradition. Zumal auch wirklich jeder sich die Zeit nimmt, dich zu begleiten.

Zeit wird hier aber sowieso anders definiert. Dazu mehr in einem anderen Eintrag.

In Durmaa haben wir ehrlich gesagt nicht viel gemacht. Wir haben viel mit Camille geredet, Uno gespielt, sind abends durch die Stadt gelaufen und haben heisse Schokoladen aus Plastikbeutel getrunken. (Hier bekommt man alles in Plastikbeutel; sogar das Wasser.)
Am naechsten Tag wollten wir eigentlich ein Fussballspiel anschauen aber leider haben wir keine Karten mehr bekommen. Deshalb sind wir ein bisschen durch Durmaa gelaufen und haben in einem kleinen „Café“ eine Cola getrunken. Eigentlich war es nur ein kleines Holzhaus mit einem durch Holzlatten davor eingegrenztem Bereich. Zuerst dachten wir es sei geschlossen, weil niemand dort war. Dann kam aber die Besitzerin und wir haben unsere Cola getrunken. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch alleine im Café. 5 Minuten Später sassen ungefaehr 10 Menschen in diesem kleinen Café und starrten uns natuerlich an. Irgendwann fragten sie uns woher wir kaemen und wie wir heissen. Und dann vergingen wieder 5 Minuten scheigsam, bis uns eine der Frauen fragte ob wir Fotografen seien und ob wir ein Foto machen wollen. Als ich dauraufhin meine Kamera auspackte und Camille und Lore mit den Frauen und Kindern ablichten wollte wurde aus den 10 Menschen auf einmal gefuehlte 20. Jeder wollte auf dem Foto sein und die Haende von den weisen Frauen beruehren. Das war vielleicht lustig. Danach fragten sie uns ob wir fuer all die Menschen eine Cola ausgeben. Am Anfang meines Aufenthaltes waere ich vielleicht echt entsetzt gewesen. Mittlerweile habe ich gelernt ueber so etwas zu lachen und nein zu sagen.

Zum einen fragen die Menschen hier viel direkter, wenn sie etwas wollen. Es kann schon passieren dass dich Kinder auf der Strasse nach Geld fragen. Einfach so. Am besten sagt man da freundlich aber klar nein. Das verstehen die meisten. Und bis jetzt ist mir noch niemand begegnet, der nach meinem Nein ausgerastet ist oder beleidigt davon geht.
Geben und Nehmen verstehen die hier ganz anders.
Das musste ich aber auch erst lernen. Manchmal faellt mir es immer noch schwer einfach nein zu sagen.

Am naechsten Tag sind wir (Lore & Ich) dann morgens zur Taxi Station gegangen, um nach Duasidan zu fahren. Camille musste leider arbeiten.

Duasidan ist ein kleines Dorf in der Naehe von Durmaa. Dort gibt es ein Affenreservat. Mit dem Taxi haben wir 1 h gebraucht. Als wir in Duasidan ankamen fragte uns unser Taxifahrer, ob er n Duasidan warten solle. Wir dachten zuerst, dass er dann noch mehr verlange und lehnten es ab. Doch dann erklaerte er uns, dass es schwer sei ein Taxi in Duasidan nach Durmaa zu bekommen. (Ich glaube da hatte er Recht.)
Duasidan war ein richtiges Afrikanisches Dorf ohne ALLES (na ja ein Tourismusbuero hatte es).
Also blieb der Taxifahrer.
Im Tourismusbuero, was eigentlich nur ein Raum war mit einem Tisch, ein paar Stuehlen und Bildern an der Wand, musste wir erstmal mit dem Chef dieses Dorfes um den Eintrittpreis feilschen. Sobald die sehen, dass man ein Auslaender ist (das geht bei Lore und mir sehr schnell), verlangen die Ghanaer fuer alles den doppelten Preis.
Obwohl ich glaube, dass wir immer noch zu viel gezahlt haben, konnten wir den Preis von 20 Ghana Cedis auf 10 Ghana Cedis herunter handeln.
Und dann ging es mit den Bananen im Gepäck in den Wald. Nach 5 Minuten laufen, sahen wir riesige Bambusbaeume. Nachdem unser Fuehrer eigenartige Geraeusche gemacht hatte, kamen die Affen. Zuerst waren sie etwas schuechtern und trauten sich nicht so in unsere Naehe. Als sie dann sahen, dass wir Bananen dabei hatten, aenderte sich das ganz schnell.
Nach einer halben Stunde waren die Bananen bereits aufgegessen. Die Affen zogen sich zurueck und wir machten uns zurueck zum Dorf auf.
Zurueck in Durmaa, trafen wir Camille und besuchten nach einem kleinen Nickerchen in ihrem Zuhause ihre Schule.
Nach dem Mittagessen, sind wir dann zur Taxi Station gegangen und stiegen in ein Trotro zurueck nach Sunyani ein.

Bevor wir ins Trotro gestiegen sind, haben wir noch Kekse gekauft. In Ghana ist es naemlich ueblich, dass die Reisenden immer etwas fuer die Famile von ihrer Reise mitbringen. Denn dadurch koennen die Daheimgebliebenen an der Reise teilnehmen. So oder so aehnlich erklaerte mir das eine Freundin.

Liebste Gruesse aus Sunyani,
Eure Janna.

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